abendlicher Zwiespalt

Da sitze ich heute Abend hier so am Rechner und surfe völlig sinnfrei durch die virtuelle Galaxie. Ich bemerke, dass ich aus dem großen Kinderzimmer nichts höre und bin leicht verwundert, bewege mich aber kein Stück um nachzusehen, denn

„Schlafende Hunde soll man nicht wecken“

Der GöGa sitzt mit der Püppi auf der Couch und gibt ihr noch ihre Abendmilch (ein kleines Goodie zur Abendroutine). Die kleine genießt und dreht genüsslich ihre Sammlung an Nuckis hin und her. Nachdem die Milch alle ist, bringt der GöGa sie ins Bett, deckt sie zu und singt ihr noch ein Schlaflied. Danach geht er raus und setzt sich ggü. ins Zimmer auf die Ecke der Couch und will einfach kurz verschnaufen.

Plötzlich jedoch poltert es im kleinen Kinderzimmer … Madame schießt ihre Nuckis durch die Gegend und juchtzt dabei wild. Zwischendurch hört man immer mal wieder ein freches „Papaaaa!“ rufen. Drei, vier, fünfmal und der der Mann bewegt sich ins Zimmer. spricht liebevoll zu ihr, bittet sie sich doch hinzulegen, singt noch ein Liedchen … nichts … keine Chance, die Püppi will einfach nicht schlafen. Wieso auch, Papili ist doch so nett.

Ich bewege mich kein Stück vom Rechner weg,
sitze hier und lausche den Dingen,
die vor der Tür im anderen Zimmer geschehen.

Irgendwie ist es ja süß, wie die Püppi genau weiß, wie sie ihren Papa um den Finger wickeln kann: ein kesser Blick, ein 2-Wort-Satz „Nucki weg!“, etwas Quatsch machen und Papi … mit Engelsgeduld, obwohl der Tag mal wieder sehr an den Nerven zerrte. Ich hingegen wäre reingegangen und hätte meinen bösen und lauteren Ton angeschlagen und dann wäe Ruhe gewesen, … Papi aber sucht geduldig nach allen Nuckis, die hinters Bett „gefallen“ sind, nimmt sie wiegend aus dem Bettchen, schaltet ihre Lieblingsmeditationsmusik ein … zwischendurch immer wieder eine kleine Bitte, dass doch endlich Ruhe sei und nach 10 Minuten scheint es vollbracht zu sein.

„Hach,“ denke ich mir so, „wäre es schön, wenn ich meinen Mann auch so im Griff hätte,
wenn er mich wiegend auf dem Arm tragen würde, versuchen würde, mit mir einen geeigneten Kompromiss zu finden, …“

Ja ich bin neidisch.

Ich gebe es ja zu. Mit mir wird nicht so geduldig nach einer Lösung gesucht, da geht es etwas anders zu. Ja, er macht schon auch sehr viel für mich … zu viel wahrscheinlich, aber es reicht immer einfach nicht, ich brauche mehr mehr mehr, … ja, so bin ich eben.

Naja, wahrscheinlich ist es auch einfacher, einer Prinzessin Gänseblümchen jeden Wunsch zu erfüllen als mir, die sich so verändert hat in den Jahren.

8 thoughts on “abendlicher Zwiespalt

  1. Pingback: Ausgebufft ♥ | winnieswelt

  2. Also ich finde es zauberhaft, wie dein Mann mit den Kindern umgeht…viele Frauen würden sich wohl so einen Vater für ihre Kinder wünschen.
    Ich denke auch, wenn er sich den ganzen Tag, meist um die Kinder kümmert, hat er dann oft auch keine Kraft mehr für dich. Die Beziehungen zwischen Eltern und Kind und zwischen Erwachsenen kann man eigentlich auch nicht vergleichen. Kinder brauchen eine ganz andere Liebe.
    Rede mit ihm und vielleicht macht ihr auch mal was gemeinsam, vielleicht auch Püppi ins Bett bringen, das stärkt die Beziehung zueinander.
    LG
    Ute

  3. ja wenn man so eine enge Verbindung hat zum Kind, kann der Partner sich schon mal zurückgesetzt fühlen, red doch mal mit ihm, sag wie du fühlst grad in diesen Momenten , wenn er sich so liebevoll um eure Tochter sorgt, sag ruhig das du etwas vermisst, was er dir nur geben kann… nur wenn er weiß wie du dich fühlst, kann er etwas ändern😉

  4. 1. Sie ist Tochter vom Vater und sie ist die jüngste – also ganz normal 🙂
    2. Du sollst ihn nicht um den Finger wickeln können/wollen
    ihr solltet gleichberechtigt miteinander umgehen – d.h. mit gleichen Rechten

    guck diese und deine Paarbeziehung getrennt an – als zwei versch. Dinge –
    rede/disskutiere mit ihm über dein Problem – ein Mann braucht klare Ansagen –

    wenn du willst, schreib mir eine mail – kein problem

  5. Die Beziehung/Bindung Mutter/Kind, in deinem Fall Papa/Kind ist doch eine ganz andere wie die Liebe in einer Zweierbeziehung von Erwachsenen! Da kann man keine Vergleiche ziehen, finde ich. Ich hoffe nicht, dass du dich deswegen oft wie das fünfte Rad am Wagen fühlst? Wenn du tatsächlich – für dich – zu wenig Aufmerksamkeit von deinem Partner bekommst, dann fordere sie ein.

    Liebe Grüße

      • Das ist ein altes Problem – nur hab ich das öfter von Männern gehört 🙂
        Warum bist du eifersüchtig auf deine Tochter?
        Nach deinen Beschreibungen ist dein Mann ein guter Vater – bei 3 Kindern ist das schon eine Leistung. Eure Paar-Beziehung kenne ich nicht –
        rede mit ihm – nicht warten – ein Mann ist nicht so gepoolt – fordere deine Wünsche klar ein – natürlich liebevoll 😉

        • Nein, nicht eifersüchtig auf die Tochter, sondern mehr darauf, dass er so anders mit ihr umgeht, als mit mir – sie ihn um den Finger wickeln kann und ich es nicht schaffe …

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