HIGHLIGHTS, …

Endlich komme ich dazu euch mitzuteilen, was vor 2 Wochen geschehen ist.

Ich habe berufsbedingt eher selten am Wochenende frei, daher versuche ich an freien Wochenendtagen mit den Kindern etwas außerplanmäßiges zu machen.

Nun, dieses Mal stand der Samstag zur Wahl und ich beschloss, mit den beiden Großen schwimmen zu gehen und hatte als Plan B dann Schlittschuh laufen im Kopf, falls wir uns eh schon mit Schnupfen herum plagen sollten.

Plan B wurde also umgesetzt. Vergangenes Jahr haben wir uns alle Schlittschuhe geschenkt. Ich bin allerdings bislang nie in solchen Schuhen gelaufen, ich hatte immer nur diese Eiskunstlaufschuhe und mal davon abgesehen, dass ich das letzte Mal vor 15 Jahren auf dem Eis stand, …

So kam es, wie es kommen musste.

Die Kinder sind mutig mit mir aufs Eis gegangen, es war nicht voll, aber gut besucht und die Bahn war eigentlich noch optimal. Adrian ist der mutigste und schlitterte recht gekonnt voran, Josina und ich zuckelten hinterher. Knapp eine halbe Bahn haben wir geschafft doch dann zog es mir aus dem Stand einfach die Beine nach vorne weg und ich landete ziemlich unsanft auf dem Allerwertesten. Danach knallte ich noch mit dem Kopf aufs Eis und war kurz benommen.

Ich bemerkte nur noch, dass ich mich nicht mehr bewegen kann und teilte es meiner Tochter (9) mit. Diese war kurz geschockt und rief dann vorsichtig um Hilfe. Total süß. Sohnemann (6) war vor Schreck so benommen, dass er keinen Ton mehr sagte.

Binnen weniger Minuten versammelten sich einige Menschen um mich herum und wollten mir helfen. Die einzige wirkliche Hilfe kam allerdings nur von einem jungen Mädchen, sie sagte, dass sie auf die andere Seite fährt und bescheid sagt und schwupp war sie weg und schwupp war sie auch schon wieder da. In der Zwischenzeit liefen auch schon die Sicherheitsmänner über die Bahn und kamen mir zu Hilfe. Mit einem Krankenschlitten sozusagen zogen sie mich übers Eis – ich sag euch, es ist nicht gerade wundervoll, wenn man so hilflos auf der Trage liegt und von allen anderen angeglotzt wird. 😥 Die Kinder wurden von dem Mädchen mitgenommen und kamen wenige Minuten später auch in der Krankenstation an.

Naja, Unfallbericht ausfüllen, Feuerwehr anrufen, … ab ins Krankenhaus.

Mein Mann kann gar nicht gut mit plötzlichen Unfällen umgehen und war dementsprechend völlig fertig, als ich ihn bat, die Kinder später aus dem Krankenhaus abzuholen.

In der Notaufnahme gab es einiges zu tun, aber dennoch wurde ich ziemlich schnell untersucht und geröntgt. Mein Befund gefiel dem Arzt aber noch nicht so ganz, so dass er sich später mit einem Kollegen noch absprechen wollte. Da ich mich noch immer nicht bewegen konnte, haben sie mich stationär aufgenommen.

Ich kam in die Unfallchirurgie in ein nettes Doppelzimmer – zunächst alleine. Was mich von Anfang an störte, waren die beiden Bilder von

Claude Monet

Landschaftsbilder, fand ich einfach irgendwie nicht angebracht. Ich hatte zum Glück mein internetfähiges Handy dabei und hatte so wenigstens Kontakt nach draußen. Ich hing noch am Tropf und hatte Schmerztabletten bekommen, die Krankenschwester brachte mir noch was zu essen und erklärte mir alles, sie riet mir, dass ich versuchen solle zu schlafen.

LUSTIG, sie hatte die Schmerzen ja nicht!

Mitten in der Nacht – gegen 1 Uhr – bat ich die Schwester dann um Zettel und einen Stift. Sie schaute mich komisch an und meinte, ich solle lieber schlafen, … ich hatte aber so viele Gedanken im Kopf, die ich einfach aufschreiben musste. Dennoch brachte sie mir netterweise etwas und ich legte los.

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Ich schrieb

  • über Monet, der besser hätte abbstrakt malen sollen
  • meine Einsamkeit nieder
  • einen Dank an Josina
  • über den geschockten Adrian
  • über meinen Gatten
  • meine Umgebung auf
  • über die Bettpfanne
  • auf, was ich hätte vor dem Unfall vielleicht hätte besser machen sollen
  • über meine Liegeposition
  • über meinen Übermut
  • „MAMA“
  • wenige Worte zur Nachtschwester
  • über meine Hilflosigkeit
  • über Raucher/Trinker/Süchtige in meiner Lage
  • den Muskelzusammenhang auf
  • die Namen der Stationsmitarbeiter für später nieder

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So, nun war alles auf dem Papier und endlich raus aus meinem Kopf 😉

Anfangs sagte man mir, dass ich etwa 1 Woche im Krankenhaus bleiben müsse – davor graute mir ehrlich gesagt ein wenig. Man vermutete ja einen Beckenbruch, … die zweite Odysse im Röntgenlabor ergab dann, dass es „NUR“ eine Beckenprellung ist – man sagt, die sei in etwa 4-6 Wochen wieder richtig in Ordnung, … na PRIMA Aussichten!!!

Jetzt bin ich erstmal bis Mittwoch noch krank geschrieben und dann sehen wir weiter.

Ich meine, ich habe die Schmerzmittel recht schnell wieder abgesetzt und muss nun zu Hause zusehen, wie ich klar komme. Ich war das letzte Mal vor 10 Tagen an der frischen Luft, denn ich komme die Treppen nicht rauf und runter. Ich kann inzwischen wieder recht gut laufen, aber joggen und Pilates müssen definitiv noch warten. Ich kann mich nur unter Schmerzen bücken und aufheben ist schier unmöglich.

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4 Kommentare zu “HIGHLIGHTS, …

  1. puh, das erinnert mich an Anfang des Jahres, als meine Mum, früh morgens, mit blutigen Kopf vor mit stand und meinte ich müsse sie mal ins Krankenhaus fahren.

    Sie kam aus der Nachtschicht, und ist beim aussteigen aus dem Auto auf dem vereisten Gehweg ausgerutscht und mit den Kopf aufgeschlagen.

    –> Kinder sehen es nicht gern, wenn Mama bzw. Papa plötzlich hilflos sind. Da ist es egal, wie alt die Kinder sind!

    ich wünsche dir gute Besserung und das du so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommst *Küsschen geb*

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