Wenn Papa mehr Mama ist, …

… als Mama je Mama sein wird.

Manches Mal ärgert es mich maßlos, dass mein Mann mehr Mama sein darf, weil er zu Hause ist, seine Jobs nur auf Anfrage bekommt und sich sonst aus vollem Herzen ausschließlich um die Familie, die Kinder, den Haushalt, den Einkauf und die Finanzen kümmert. Ich möchte auch so gerne mal der Bestimmer sein oder mehr mitbekommen von dem, was die Kinder tatsächlich brauchen oder was ansteht.

Voller Vertrauen habe ich ihm ALLES, aber auch wirklich ALLES abgegeben und habe mittlerweile einfach keinen Einblick mehr in irgendetwas.

Ich meine, es ist herrlich, wenn man einfach „sorglos“ in den Tag hineinleben kann und genau weiß, dass da dennoch einer ist, der den ganzen Rest bewältigt – Wäsche waschen, einkaufen, Spielplatzbesuche, Überweisungen, Essensvorbereitungen und alles andere auch.

Aber hin und wieder – vor allem, wenn die eigenen Bedürfnisse anscheinend wieder zu kurz kommen, dann möchte ich zu gerne doch mehr Einblick haben.

Sich aber wieder einzufitzen in die ganzen Sachen ist schwieriger, als alles abzugeben.

Wenn ich dann sehe, dass meine große Tochter viel lieber mit ihrem Papa spazieren geht, als mit mir, dann haut es mir regelmäßig den Boden unter den Füßen weg. Ich nehme es hin, aber es arbeitet böse in mir. Eifersucht steigt auf. Wut kommt hinzu und schon falle ich in ein tiefes Loch.

… oder mache Limonade draus.

Ich versinke in Selbstmitleid und Vorwürfen, aber ich schaffe es einfach nicht, mich da alleine wieder rauszuholen.

Aber auf der anderen Seite ist es mir unmöglich, Vollzeit arbeiten zu gehen und dann von mir auch noch zu erwarten, dass ich locker auch noch den Haushalt schmeiße. Nach meinem Dienst ist meist nichts mehr mit mir anzufangen und viel mehr als zu schlafen oder am PC abzuschalten ist dann meist nicht drinnen.

Manchmal will ich tauschen – wieder in die klassische Rollenverteilung zurück, aber ob ich dem dann gerecht werden würde, … ich weiß es nicht.

Fakt ist, dass mein Mann mehr Frau ist, als ich es je sein werde.

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4 Kommentare zu “Wenn Papa mehr Mama ist, …

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  3. Du bist keine schlechte Mutter, nur weil du nicht so viel Zeit mit deinen Kindern verbringst. Du sorgst genauso für deinen Familie, wie es dein Mann tut, nur auf eine andere Art und Weise.

  4. Du hast sehr gut beschrieben, wie es in Dir aussieht. Aber sei froh, wenn Dein Mann so belastbar ist, dass er Deine Rolle so gut ausfüllt und diese Arbeiten ohne Murren macht. Viele hätten damit ein Problem und ich bestimmt auch. Dass Deine Tochter lieber mit dem Papa spazieren geht als mit Dir, ist völlig normal. Sie fühlen sich eine Zeit lang eher zum Vater hingezogen als zur Mutter. Das gibt sich wieder !!! Dafür wirst Du einmal mit ihr ein so inniges Verhältnis haben, was Dein Mann nie haben wird, weil ihr Geschlechtsgenossinnen seid. Z.B. in Mode- oder Kosmetikfragen, während der Pubertät oder gar später bei Beziehungs- und Kinderproblemen.
    Ist der Wunsch nach mehr Einblick nicht eher die weibliche Neugier, alles wissen zu wollen?
    Aber so wie Du Dich fühlst, geht es ganz bestimmt auch so manchem Mann, der seine Kinder am Abend nur noch schlafend sieht.
    Also ich wünsche Dir, dass Du ganz viel Kraft aufbringst und die Situation , so wie sie ist, geniesst und Dich nicht „an die Wand gestellt“ fühlst.
    In diesem Sinne ein sonniges und entspanntes Wochenende für Dich und einen g. l. G. Jochen!

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